„Healthness“ als Megatrend der Zukunft

Healthness

Wie wir in Zukunft das Thema „Gesundheit“ sehen und welche Erwartungen und Anforderungen an Unternehmen wir damit verknüpfen beschreibt der renomierte Zukunftsforscher Mathias Horx im Interview mit dem Kurier. Dies beeinflusst in Zukunft nicht nur das klassische Gesundheitswesen, sondern vor allem die Tourismus (Stichwort Wellness) und Lebensmittelbranche. Weiters werden in Zukunft die traditionelle Schulmedizin und die Alternativmedizin eine „neue Integrationsmedizin“ bilden, so Horx.

Auszug aus dem Kurier Interview:

KURIER: Die Zahl der übergewichtigen Menschen steigt, ebenso die der jungen Raucherinnen. Auch das Ausmaß der täglichen Bewegung ist in vielen anderen Ländern höher. Ist Gesundheit wirklich ein Megatrend in Österreich?

Matthias Horx: Diese Zahlen sind selektiv ausgesucht. In manchen Ländern ist die Obesity-Epidemie (Fettleibigkeit, Anm.) bereits am Zenit angekommen und verbessert sich wieder. In der Tat bewegen sich in Finnland mehr Menschen täglich – nur vier Prozent der Finnen machen keinen Sport. Aber dennoch sind heute mehr Menschen auf dem Weg in gesündere Lebensweisen als früher, auch in Österreich. Mehr Menschen machen Ausdauersport, und in der Gesamtbevölkerung geht die Raucherquote deutlich zurück. Allerdings gibt es auch eine „hartnäckige“ Gruppe von Menschen, die sich nie bewegt und schlecht ernährt, die blind auf die technische Medizin setzt, die den Herzinfarkt dann schon reparieren wird… Die Gesundheit polarisiert sich also: Es gibt mehr Fitte, aber auch mehr chronisch-multipel Kranke, die es eigentlich nicht sein müssten. Das traditionelle, „technische“ Gesundheitssystem ist da bisweilen auch unfreiwilliger Komplize falscher Lebensweisen.

Warum bezeichnen Sie Gesundheit als „Megatrend“?

Wir sehen einfach, dass inzwischen in allen Bereichen das Kriterium Gesundheit eine Rolle spielt – im Wohnen, beim Reisen, beim Sex – „der Arzt empfiehlt mindestens zwei Mal wöchentlich“ – , natürlich bei der Ernährung. Im Grunde ist auch die Umwelt-Debatte eine Gesundheitsdebatte. Wenn man Menschen fragt, warum sie wollen, dass die Umwelt sauberer wird, sind nicht Naturschutz-Argumente, sondern Gesundheits-Wertungen maßgebend.

Wir nennen das Phänomen auch „Healthness“: Gesundheit wird eine Art Meta-Wert, eine Leitidee. Andererseits ist es sehr schwer, herauszufinden, was „gesund“ überhaupt ist.

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